Wie macht man bei einem Motorrad einen Ölwechsel?

Themenübersicht > Hobby     Veröffentlicht von: Gabriel -  2. August 2011

Was man braucht: Ölwanne zum Auffangen des alten Öls, Haupt- oder spezieller Montageständer, neuer Dichtring für die Ablassschraube, neues Öl in der vom Hersteller vorgeschriebenen Viskosität (Handbuch des Motorrades konsultieren), Werkzeug zum Öffnen und Schliessen der Ablassschraube, Schutzhandschuhe, Trichter
Kostenpunkt: 20 – 30 Euro
Zeitaufwand: 30 – 45 Minuten
Schwierigkeit: leicht bis mittel
Anmerkungen: Die Anleitung berücksichtigt aus bautechnischer Sicht nicht die Demontage und Rückrüstung von Verkleidungsteilen, sondern konzentriert sich auf den Ölwechsel als solches.
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Bocken Sie das Motorrad sicher mit dem Hauptständer oder einem Montageständer aus dem Zubehör an den vorgesehenen Stellen auf.
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Ist der Motor betriebswarm, läuft das jetzt dünnflüssige Öl schnell in die Mitte zur Ablassschraube.
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Bei kaltem Öl rechnen Sie ein wenig mehr Fliesszeit ein, bevor Sie die Ablassschraube öffnen.
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Stellen Sie die Ölwanne so unter das Motorrad, dass die Öffnung mittig unter dem Motor ist und das alte Öl nicht vorbeilaufen kann.
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Öffnen Sie nun die Einfüllschraube, damit das auslaufende Öl keinen unnötigen Unterdruck im Motorgehäuse erzeugt, was den Zeitfaktor des Ablassens verlängert.
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Mit einem Ringschlüssel in der richtigen Größe lösen Sie die Ablassschraube und drehen sie nahezu ganz heraus. Die letzten Gewindegänge können von Hand gedreht werden, soll die Ablassschraube nicht in die Ölwanne fallen.
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Beachten Sie hierbei unbedingt, dass das Öl falls betriebswarm sehr heiß ist und zu Verletzungen führen kann, wenn es Ihnen über die ungeschützte Haut läuft.
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Auch kaltes Öl kann allergische Hautreaktionen auslösen, kommt es in Kontakt mit ihr.
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Lassen Sie nun das Öl in die Auffangwanne fließen, bis der Strahl nur noch ein schwaches Tröpfeln ist und damit signalisiert wird, dass die Ölwanne leer ist.
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Lösen Sie den alten Dichtring von der Ablassschraube und ersetzen Sie ihn durch den neuen.
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Drehen Sie die Ablassschraube nun von Hand und ohne Gewalt zurück in die Bohrung, bis die Schwergängigkeit anzeigt, dass der Anschlag erreicht ist.
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Je nach Verfügbarkeit kann das endgültige Anziehen mit dem passenden Ringschlüssel nach Gefühl oder einem speziellen Drehmomentschlüssel auch exakt nach Vorgabe des Anzugsmoments erfolgen.
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Grundsätzlich sollte man die Schraube mit dem Ringschlüssel mit Gefühl anziehen. Da heißt, dass man nicht mit aller Kraft zieht, sondern erst leicht gegen den Schlusswiderstand dreht und dann noch ein wenig weiter, um das Drehmoment zu erhöhen.
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Als Faustregel sollte das endgültige Anziehen niemals mehr als eine Vierteldrehung des gesamten Kreises darstellen.
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Füllen Sie jetzt das frische Öl in die Einfüllöffnung und behalten Sie dabei das Schauglas im Auge. Der Füllstand des Öls wird anfänglich das Schauglas überdecken und ein Ablesen unmöglich machen.
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Warten Sie auf jeden Fall, bis das Öl soweit verteilt ist, dass keine Bewegung mehr im Schauglas erkennbar ist.
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Füllen Sie jetzt weiter ein, bis der Füllstand erneut steigt und sich der oberen Begrenzungsmarkierung nähert.
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Warten Sie wiederrum ein paar Augenblicke, bis sich der Flüssigkeitsstand stabilisiert hat und füllen Sie dann auf, bis der finale Stand knapp unter der Maximalmarkierung ist.
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Schliessen Sie jetzt die Einfüllschraube und starten Sie den Motor. Lassen Sie diesen eine knappe Minute laufen und kontrollieren dann nach dem Abstellen den Ölstand.
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Beachten Sie dabei, dass das Öl einen Moment braucht, um grösstenteils wieder in die Ölwanne zurückzulaufen und der tatsächliche Ölstand daher erst nach ein paar Minuten abzulesen ist.
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Füllen Sie gegebenenfalls nach, sollte der erste Füllvorgang nicht ausgereicht haben.
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